Le Fantôme de l’Opéra


Red dress, Paris, Carmen Schubert

Eine meiner besseren Lebensentscheidungen war es, in meinem Studium eine kleine Veränderung vorzunehmen und trockene Statistikbücher gegen Romane und Gedichtbände einzutauschen. Und auch wenn es manchmal einige Monate dauert, bis das perfekte Buch wie der perfekte Mensch im Leben auftaucht und zeitweise Schreibblockaden und Deadlines in Streit geraten, liebe ich den literarischen Part meines (Uni-)Lebens. Spätestens in einem kleinen Café auf der Île Saint-Louis, wenn während eines sommerlichen Regenschauers die Bewohner des 4ten Arrondissement den neusten Klatsch der kleinen Insel im Herzen von Paris austauschen, kann auch ein apathisches Herz dich nicht mehr vor der lauernden Inspiration beschützen. Also beginnst du zu schreiben und fragst dich, wie du die letzten Monate ohne ausgekommen bist.

 

Schon in meinen Tagen als noch kleinere Carmen habe ich den Geschichten von Oscar Wilde und Gaston Leroux in Form von Hörspielen in meinem Alltag einen Platz gegeben, bevor ich später dann zu den originalen Buchversionen gegriffen habe, um auch wirklich alle Details des Lebens meiner imaginären Freunde zu kennen. Auch heute laufe ich noch ziellos durch die Städte dieser Welt, mit den Erzählungen von Lovecraft im Ohr - dank der Hörbuch und Hörspiel Angebote von Audible, nicht mehr auf einen doch eher unhandlichen Kassettenrecorder angewiesen. Dort gibt es auch eine große Auswahl an Hörbüchern von aktuellen Autoren, wie Sebastian Fitzek, Dan Brown.

 

Manchmal habe ich das Gefühl, dass, selbst im zumindest offiziellen Erwachsenenalter, meine kindliche Phantasie nicht ganz von mir ablassen will; und so sehe ich, wenn ich an der eindrucksvollen Pariser Oper mit der vergoldeten Fassade vorbeilaufe, auf dem höchsten Turm das maskierte Phantom zu mir herab winken, oder in der Londoner Innenstadt Dorian Gray in eine Kutsche steigen. In der Rue Soufflot sitzt in einem Café Hemingway über einem Notizbuch, mit einem Bleistift in der Hand und starrt gedankenverloren aus dem Fenster in der Hoffnung, nicht in Vergessenheit zu geraten. 

 

Rotes Kleid von Zara hier

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Kommentare: 4
  • #1

    Astrit (Freitag, 21 August 2020 11:58)

    Liebe Carmen,
    das ist ein zauberhafter, tiefgründiger Bericht mit wunderschönen Bildern von Dir! Das rote Kleid steht Dir absolut gut, ein richtiges Carmen-Kleid!! Ich bekomme wieder richtig Lust, nach Paris zu reisen und meine Garderobe auszuführen, in kaum einer anderen Stadt ist das wohl so möglich!
    Freue mich auf alles Kommende von Dir und wünsche Dir eine gute Zeit!
    Liebe Grüße von Astrit

  • #2

    Jana (Samstag, 22 August 2020 10:14)

    Was für ein zauberhaftes Kleid! Und Paris im Hintergrund steht dir wirklich gut! Ich selbst freue mich auch immer, wenn ein tolles Buch in mein Leben tritt! Zum Glück finde ich in letzter Zeit wieder mehr Gelegenheiten zum Lesen! Ich habe das so vermisst!

    Liebe Grüße
    Jana

  • #3

    Letizia (Montag, 07 September 2020 08:33)

    Toller Style, wunderschöne Stadt, love it!

    Gruß Letizia

  • #4

    Alex (Sonntag, 13 September 2020 08:14)

    Hörbücher haben definitiv mein Leben verändert. Ich höre mir inzwischen so viel an, weil ich das immer nebenbei machen kann: wenn ich koche, Sport mache, zur Arbeit fahre, putze, etc. Das ist sooo praktisch! Als letzes habe ich mir die Witcher Bücher angehört :)